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Der erste Gottesdienst in Frischborn findet unter Einhaltung von bestimmten Abstands- und Hygieneregeln wieder am 10. Mai 2020 um 10 Uhr statt.

Es gibt ein geordnetes Verfahren zum Betreten und Verlassen der Kirche.
Es gelten die üblichen 1,5-Meter-Abstands- und Hygieneregeln: Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes wird erwartet.
Vermeiden von Infektionsketten: Küster oder Kirchenvorstand notieren auf Listen die anwesenden Besucher mit Namen. Diese Listen werden 4 Wochen verwahrt. Wenn bis dahin keine Infektion aufgetreten ist, wird die Liste vernichtet.
Die Türen stehen offen. Die Griffe werden trotzdem regelmäßig desinfiziert.Gottesdienste finden bis auf weiteres ohne Gesänge und Lieder statt.
Auf Abendmahlfeiern wird bis auf weiteres verzichtet.
Die Kollekte wird nur am Ausgang gesammelt, sie wird geteilt auf angekündigte Kollekte und Klingelbeutel.
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Aktuelle Empfehlungen unserer Kirche finden Sie unter www.ekhn.de.
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Es ist leicht, ein Engel zu sein

Über uns allen liegt der Schrecken vor der Krankheit. Die Gefahr ist unsichtbar. Sie kann überall lauern. Sie kennt keine Uhrzeit. So beschreibt das der Psalm 91 in der Bibel: »Die Pest, die im Finstern schleicht, die Seuche, die am Mittag Verderben bringt.«
Diese alten Sätze verstehe ich jetzt besser. Der Psalm spricht von »dem Grauen der Nacht«. So geht es mir auch. Ich kann oft nicht gut schlafen, weil ich mir Sorgen mache, wie wir da alle heil durchkommen. Ich habe keine Angst um mich. Aber ich denke an meine Mutter mit ihren 92 Jahren im Pflegeheim. Für sie und für die vielen anderen, die bedroht sind, mache ich das: Ich bleibe zu Hause. Ich treffe niemanden.
Noch nie war es so leicht, für andere zum Schutzengel zu werden: einfach zu Hause bleiben. Von Engeln ist in dem Psalm aus der Bibel ebenfalls die Rede. Da steht die Zusage Gottes: »Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.«
Auf allen deinen Wegen, das heißt aktuell: auf meinen Wegen zu Hause. Vom Bett ins Bad an den Schreibtisch fürs Homeoffice, bei den Familien zum Daheim-Schulprogramm mit den Kindern. Gottes Engel mögen erst recht die behüten, die jetzt zum Wohl von uns allen raus müssen – die sich um Menschen kümmern, die den Laden am Laufen halten.
Es sind zurzeit viele Engel unterwegs. Die Lastwagenfahrer, die Verkäuferinnen in den Supermärkten. Und natürlich die Ärzte und Ärztinnen, die Pflegerinnen und Pfleger in den Krankenhäusern, die Virologen in den Laboren. Endlich wird allen klar, dass nicht nur Banken systemrelevant sind.
Engel sind oft unsichtbar. Aber sie hinterlassen Spuren, so wie die Menschen, die jetzt für ihre alte Nachbarin, die nicht vor die Tür soll, einkaufen gehen und den Korb mit Lebensmitteln vor ihre Tür stellen. Wie Engel sind diejenigen, die jetzt häufiger bei denen anrufen, die allein leben, für die Homeoffice oder Quarantäne Einsamkeit bedeuten. Ganze Heerscharen von Engeln fliegen hin und her mit den Textnachrichten, Fotos und Videos, die viele sich jetzt digital schicken, mit dem Schlusssatz in vielen Mails: »Bleiben Sie gesund! Seid behütet!«.
»Denn Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen.« Diese Zeichen des Zusammenhalts über die notwendige Distanz hinweg sind wie Engel, die uns tragen.
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ier ein paar Links für „Kirche zu Hause“:
https://www.ekhn.de/service/massnahmen-gegen-corona/kirche-zu-hause-glaubenspraxis-leben.html
Videobotschaft vom Kirchenpräsidenten Dr. Volker Jung:
https://www.youtube.com/watch?v=kYzio6oCPt8&feature=youtu.be
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Ein Gebet:

Gott, die Corona-Krise macht uns Angst.

Auf der ganzen Welt werden Menschen deswegen krank.
Wir bitten dich: Steh uns bei in dieser Situation.
Sei bei den Kranken und den Risikopatienten und bei allen, die sich um sie kümmern.
Schenke den Ärztinnen und Ärzten Weisheit und Energie,
allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung.
Gib Politikerinnen und Politikern Besonnenheit.
Wir beten für alle, die große materiellen Schaden haben oder befürchten.
Wir beten aber für auch für alle, die in Flüchtlingslagern leben und leiden müssen.
Hilf uns, Solidarität zu zeigen mit denjenigen, die wir jetzt besonders schützen müssen.
Amen
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Wenn die Glocken läuten

In diesen Tagen läuten abends um 19.30 Uhr viele Kirchen ihre Glocken.
Wenn wir sie hören, können wir, ganz gleich wo wir gerade sind, kurz innehalten.
Die Glocken laden uns zum Beten ein. Denn die Kraft des Gebetes verändertdie Welt und uns selbst.
Wenn Sie sich dem Abendgebet anschließen möchten, haben Sie verschiedene Möglichkeiten.
Sie können ein Vaterunser sprechen. Oder Sie können für die Menschen beten, die Ihnen lieb sind.
Für Menschen, die in Angst und Sorge sind, die in Quarantäne leben, die am Ende ihrer Kräfte sind,
die in Krankenhäusern, Praxen und Pflegeeinrichtungen arbeiten, für die Sterbenden und die Toten.
Gott hört, was wir denken oder sagen. Es reicht, wenn wir Gott Namen nennen. Vielleicht so:
„Gott, an dein Herz lege ich …. Nimm du dich ihrer an. Amen.“

Oder Sie können jeden Abend das gleiche Gebet sprechen. Zum Beispiel:
„In deine Hände, Gott, geben wir diesen Tag.
Was wir getan und was wir gelassen haben.
Worum wir uns sorgen und wofür wir danken.
Begleite uns und alle, die uns lieb sind, in diesen Abend.
Wache über uns in dieser Nacht.
Amen.“
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Die weltweite Ausbreitung des Corona-Virus ist eine schwerwiegende Bedrohung,
die alle Bevölkerungsgruppen vor große Herausforderungen und Einschränkungen stellt.
Als Kirche suchen wir einen verantwortlichen Umgang mit dieser Krise.
Nächstenliebe heißt derzeit, dem Mitmenschen nicht zu nahe zu kommen
und sich in „liebevoller Distanz“ zu üben. Wir sind in der Pflicht, das Virus nicht weiterzutragen.
So hat auch die Kirche ihre öffentlichen Angebote eingestellt, leider auch die Gottesdienste –
und das gerade in Zeiten, in denen Menschen Zuspruch und Gemeinschaft brauchen.
Aber auch wenn alle Gottes-dienste voraussichtlich bis zum 30. April abgesagt sind:
Gott fällt nicht aus! In der Kirche besteht zurzeit noch die Möglichkeit für ein
stilles Gebet sonntags von 9 – 12 Uhr
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Gerade in dieser Krise brauchen Menschen aber auch seelsorglichen Beistand und Hilfe.
Ich bin als Pfarrer erreichbar, telefonisch (06641-2481) oder per e-mail
(kirchengemeinde.frischborn@ekhn.de). Sprechen Sie mich auch wegen Einkaufshilfen o.ä. an!

Aktuelle Empfehlungen unserer Kirche finden Sie im Internet unter www.kirchspiel-frischborn.de
und www.ekhn.de.

Auch wenn das folgende Bekenntnis von Dietrich Bonhoeffer unter anderen Vorzeichen
geschrieben wurde, ist es für mich sehr ermutigend und zuversichtlich:

            Ich glaube,
            dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten,
            Gutes entstehen lassen kann und will.
            Dafür braucht er Menschen,
            die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.
            Ich glaube,
            dass Gott uns in jeder Notlage
            so viel Widerstandskraft geben will,
            wie wir brauchen.
            Aber er gibt sie nicht im Voraus,
            damit wir uns nicht auf uns selbst,
            sondern allein auf ihn verlassen.
            In solchem Glauben müsste alle Angst
            vor der Zukunft überwunden sein.
            Ich glaube,
            dass Gott kein zeitloses Schicksal ist,
            sondern dass er auf aufrichtige Gebete
            und verantwortliche Taten wartet und antwortet.
            AMEN
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Jetzt in diesen Zeiten,
wo Ungewissheit uns umtreibt,
vor dem Virus, das sich ausbreitet.

Guter Gott,
wir wollen daran denken,
dass du von Urzeiten her –
deine Hand über uns hältst.

Amen


Gottes Schutz und Segen für Sie und alle, die Ihnen nahe sind!
Ihr
Pfr. Burkhard Sondermann